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Motion Sichere Renten

Stärkung des dritten Beitragszahlers.

Am 5. Februar 2021 wurde die Motion «Sichere Renten dank umfassend kompetenter Verwaltung der Pensionskassengelder» von FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt im Nationalrat eingereicht. Die Motion wurde in der Sommersession behandelt, mit 123 zu 65 Stimmen (bei einer Enthaltung) angenommen und damit an den Ständerat weitergereicht. Ziel der Motion ist es, die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge gezielt zu erneuern und den aktuellen Herausforderungen anzupassen. Die Forderungen betreffen folgende Kernpunkte:

Mehr Anlagekompetenz in den Stiftungsräten

Ziel: Die wichtigsten strategischen Anlageentscheide werden zwingend in den Stiftungsräten respektive den Anlagekommissionen der Pensionskassen getroffen.

Eine Stärkung der Anlagekompetenz in den Stiftungsräten ist eine Voraussetzung für das Ausschöpfen des Renditepotenzials unter Berücksichtigung der individuellen Risikofähigkeit eines Vorsorgewerkes. Die Schweizer Pensionskassenstudie 2021 von Swisscanto zeigt auf, dass die Pensionskasse mit der höchsten Performance eine deutlich bessere Rendite aufweist als der Durchschnitt aller Pensionskassen (siehe Abbildung). Wird das brachliegende Renditepotenzial nicht ausgeschöpft, sind tiefere Leistungen oder höhere Beiträge für den Versicherten die Folge. Der langfristige Anlagehorizont ermöglicht den Einsatz von illiquiden und attraktiven Anlageinstrumenten wie Private Equity oder Infrastruktur. Diese Instrumente vergrössern das Anlageuniversum und damit den Handlungsspielraum von Pensionskassen. Durch Fachexpertise kann der Stiftungsrat diese Anlagemöglichkeiten sorgfältig, kompetent und damit im Sinne der Versicherten einsetzen.

 

Mehr Risikomanagement

Ziel: Der heutige Grundsatz der Risikoverteilung soll mit einem umfassenden Risikomanagement ergänzt werden, welches in die bestehende Berichterstattung einfliessen soll.

Besseres Risikomanagement hilft Verluste zu vermeiden. Das Risikomanagement soll sich nicht nur auf die Verteilung der Risiken in den Anlageportfolios beschränken, sondern allumfassend werden und die spezifischen Risiken der einzelnen Pensionskassen berücksichtigen. Ein umfassendes Risikomanagement bildet sodann die Grundlage für jede Pensionskasse, wie sie ihre Anlageentscheide tätigen wird. Angemessene Erträge zu erwirtschaften ist die Kernaufgabe einer jeder Pensionskasse. Die Stärkung des Risikomanagements schafft bessere Möglichkeiten, die Erträge der Pensionskassen zu optimieren, ohne dass dabei zwingend mehr Risiken eingegangen werden müssen.

 

Mehr Verantwortung in der Anlagebewirtschaftung

Ziel: Die Kategorienbegrenzungen sollen wegfallen.

Jede Pensionskasse weist eine andere Risikostruktur auf, weshalb fixe Vorgaben, die alle Pensionskassen gleich befolgen müssen, keinen Sinn ergeben. Bei der Einführung der Anlagerichtlinien im Jahr 1984 hat eine zehnjährige Obligation der Schweizerischen Eidgenossenschaft noch mit 4% rentiert, während sie aktuell eine negative Rendite von -0.4% aufweist.  Gerade in Zeiten von negativen Renditen auf Staatsanleihen und hohen Schwankungen an den Aktienmärkten bedeutet eine Orientierung an fixen Limiten nicht nur tiefe Renditen, sondern auch eine falsche Sicherheit, welche die Sicherheit der Renten gefährdet.  Durch ein Wegfallen der Kategorienbegrenzungen kann diese trügerische Sicherheit beseitigt und das Anlagepotential besser ausgeschöpft werden. Der Vergleich mit dem Ausland zeigt, dass der dritte Beitragszahler mehr leisten kann.

«Wenn mit gleichem Risiko nur 0.6% pro Jahr mehr Rendite erwirtschaftet wird, könnte z.B. die Senkung des Umwandlungssatzes von 6.8% auf 6.0% kompensiert werden.»