Sichere Renten: Anlegen nach inter­natio­nalem Standard.
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Prudent Investor Rule

Anlegen nach inter­natio­nalem Standard.

Eine genauere Betrachtung der Anlagevorschriften in vergleichbaren Ländern zeigt, dass die gesetzliche Regulierung in Form von Anlagelimiten immer häufiger durch die Prudent Investor Rule abgelöst wird. Dieses aus der angelsächsischen Gesetzgebung stammende Prinzip regelt das Verhalten der verantwortlichen Einrichtung und ihrer Organe während des gesamten Anlageprozesses. Es gilt bereits heute bei Asset-Managern, Banken und Fondsleitungen, aber auch bei zahlreichen professionellen Pensionskassen in der Schweiz und der EU als Erfolgsmodell.

«Mit der ‹Prudent Investor Rule› können die Pensionskassen mehr Erträge für die Beitragszahler erwirtschaften.»

Im Zentrum der Prudent Investor Rule stehen ein adäquates Risikomanagement, Transparenz bei der Investitionsstrategie sowie ein Zugang zu Anlageoptionen, unabhängig von der Anlageklasse. Die Prudent Investor Rule ist heute bereits zu grossen Teilen Bestandteil der BVV2Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, greift jedoch nicht wie gewünscht.

 
Dabei werden mit der konsequenten Anwendung der Prudent Investor Rule moderne regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen und Investitionsentscheide von Pensionskassen in Zukunft aufgrund ökonomischer Grundprinzipien getroffen. Dies erlaubt den Pensionskassen, das gesamte Anlageuniversum zugunsten höherer Renditen flexibler auszunutzen.

 
Der Fokus auf die Prudent Investor Rule in der BVV2 beinhaltet einerseits die Abschaffung der bestehenden Anlagerestriktionen, andererseits die Stärkung verschiedener Steuerungsinstrumente, die zu einem grossen Teil bereits Bestandteil der BVV2 sind. Dabei handelt es sich um folgende:

  • Treuhänderische Sorgfaltspflicht
  • Diversifikation der Anlagen
  • Ausrichtung der Anlagestrategie nach Rendite-/Risikobedürfnissen
  • Risikobeurteilung im Kontext des gesamten Anlagevermögens
  • Überwachung der Anlagetätigkeit und -resultate
  • Alle Handlungen im Interesse der Kapitalgeber, also der Begünstigten
  • Optimierung der Vermögensverwaltungskosten
  • Wo nötig, Delegation von Vermögensverwaltungsaufgaben an Spezialisten

 
Um aber den Anforderungen der Prudent Investor Rule gerade bei komplexeren alternativen Anlagen gerecht zu werden, braucht es noch weitere Massnahmen. So müssen Investitionsentscheide des verantwortlichen Vermögensverwalters in vielerlei Hinsicht transparenter werden:

  • Transparenz der effektiven Investitionen und Renditen
  • Transparenz der Bewertungsmethoden und -annahmen
  • Transparenz des Investmentprozesses
  • Transparenz der Investoren
  • Vorgängige Transparenz der Kosten

 
Zudem muss das Risikomanagement der Pensionskassen weiter professionalisiert werden, und zwar hauptsächlich in folgenden Bereichen:

  • Festlegung der Anlagestrategie unter Berücksichtigung der Risikofähigkeit
  • Umsetzung der Anlagestrategie im Rahmen des Risikobudgets
  • Überwachung der Anlagetätigkeit und der Einhaltung des Risikobudgets

 
Zusammengenommen ergibt dies eine Trilogie von Massnahmen, die das Ziel hat, ein Umfeld zu schaffen, das eine effiziente und zielgerichtete Bewirtschaftung der Pensionskassenvermögen unter Ertrags-/Risikoperspektive ermöglicht und fördert. Dadurch wird die Rolle des «3. Beitragszahlers» gestärkt und ein nachhaltiger volkswirtschaftlicher Beitrag erzielt.

 

Massnahmen Trilogie für ein ertragreiches Umfeld

 

Gerade kleinere Vorsorgeeinrichtungen werden ein derartiges Mass an Transparenz als auch ein adäquates Risikomanagement kaum aus eigener Kraft leisten können – einige von ihnen haben deswegen in der Vergangenheit attraktive, aber komplexe Vermögensanlagen grundsätzlich ausgeschlossen. Darum können und sollen sie gemäss der Prudent Investor Rule in Zukunft auch vermehrt Hilfe von Spezialisten aus den Bereichen Anlage- und Risikomanagement in Anspruch nehmen. Das Know-how dafür ist auf dem Finanzplatz Schweiz mit seinen knapp 200 von der FINMA überwachten Asset-Management-Firmen vorhanden. Diese verwalten schon heute Anlagen im Wert von insgesamt 2’400 Milliarden Franken, was etwa dem Dreifachen des Schweizer Bruttosozialprodukts oder dem Doppelten des gesamten Schweizer Pensionskassenvermögens entspricht.