Sichere Renten: An diesen Schrauben können wir drehen.
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Reformvorschläge

An diesen Schrauben können wir drehen.

Auf nationaler Ebene sind alle Anläufe für eine Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen seit dem etappenweisen Inkrafttreten der 1. BVG-Revision in den Jahren 2004 bis 2006 gescheitert. Während sich die Schweiz mit einer Revision des BVG und der Altersvorsorge insgesamt schwertut, gibt es seitens der Versicherten und der Pensionskassen Massnahmen, die bereits heute umgesetzt werden können, um das Leistungsniveau der 2. Säule zu steigern.



So können Versicherte bereits heute über das Rentenalter hinaus arbeiten, freiwillig ihre Sparbeiträge erhöhen oder Einkäufe in die 2. Säule tätigen. Pensionskassen wiederum können ihre Versicherten früher in den Sparprozess involvieren, den Arbeitgebern eine freiwillige Erhöhung des BVG-Beitrages anbieten, Arbeitgeberbeiträge freiwillig erhöhen, den KoordinationsabzugAbzug auf den Bruttolohn, der gemäss BVG nicht versichert werden muss, weil er bereits über die AHV abgedeckt ist. Dieser Abzug beträgt ⅞ der maximalen einfachen AHV-Rente. reduzieren und die Optimierung der Anlagestrategie prüfen.

«Alle Reformvorschläge wollen das Leistungsniveau durch Erhöhung der Beiträge steigern. Dabei kann der 3. Beitragszahler mehr leisten.»

Nichtsdestotrotz sind Leistungskürzungen auf nationaler Ebene wohl unumgänglich. Sei dies durch die Senkung des Umwandlungssatzes oder des Mindestzinssatzes, was zwangsläufig zu einer Reduktion der Altersleistungen führt. Es zeichnen sich jedoch noch weitere Abfederungsmassnahmen ab, welche die Einnahmeseite der 2. Säule reformieren sollen. So können an folgenden Stellschrauben Anpassungen vorgenommen werden:

 

1. Die Erhöhung der Sparbeiträge von Arbeitnehmern und -gebern

Rund 90% der Kassen setzen dies gemäss einer Swisscanto-Studie bereits um oder planen es zumindest. Dies kommt vor allem den jüngeren Generationen zugute, da es für eine stärkere Kapitalisierung und damit auf lange Frist für höhere Altersleistungen sorgt.

 

2. Die Verlängerung der Beitragsdauer

Diese Massnahme würde ebenfalls für eine bessere Kapitalisierung sorgen. Eine Möglichkeit dazu ist die Senkung des Eintrittsalters von aktuell 25 Jahren auf 20 oder 18 Jahre, was mittlerweile bereits jede vierte Pensionskasse getan hat. Eine andere Möglichkeit ist die Verlängerung der Beitragsdauer, also die Erhöhung des Rentenalters, die aber seit Langem einer politischen Lösung harrt.

All diese von den Pensionskassen bereits getroffenen und aus regulatorischer Sicht beabsichtigten Massnahmen stellen aber bloss Anpassungen dar, auf die ohnehin kaum verzichtet werden kann. Es gibt jedoch noch eine weitere, weit weniger schmerzhafte Möglichkeit, um die drohende Leistungslücke zu schliessen: Der 3. Beitragszahler soll seinen – nach wie vor limitierten – Handlungsspielraum noch besser ausnutzen, um mit dem Anlagevermögen höhere Kapitalerträge zu erwirtschaften.

Dieser Ansatz unterscheidet sich von den oben genannten Massnahmen insofern, als er nicht auf die Erhöhung der Einnahmen zielt, um das Leistungsniveau zu erhöhen, sondern vielmehr auf die Erhöhung der Renditen der Altersguthaben.

«0,7% mehr Rendite pro Jahr? Das sind rund 7 Milliarden Franken oder fast ein Sechstel der jährlich ausbezahlten AHV-Leistungen.»

Berechnungen von Swisscanto zeigen, dass bereits eine durchschnittliche jährliche Zusatzrendite von 0,7% pro Jahr genügen würde, um 7 Milliarden Franken Mehreinnahmen zu generieren. Vor allem die grossen Pensionskassen arbeiten bereits daran, dieses Ziel zu erreichen. Sie haben über die letzten 10 Jahre betrachtet eine im Vergleich zu kleineren Kassen 0,5% höhere Rendite erzielt.